
Mich haben Materialien schon immer fasziniert. Nicht nur, weil sie unterschiedlich aussehen, sondern weil jedes Material eine eigene Sprache hat. Wer mit offenen Augen arbeitet, merkt sehr schnell: Holz spricht anders als Horn, und Damaststahl bringt wieder eine ganz eigene Tiefe mit.

Ich wähle Materialien nicht nur danach aus, ob sie funktionieren, sondern danach, was sie im fertigen Stück erzählen.
Gerade aus meiner Zeit in Schweden und Lappland ist viel von diesem Blick auf Material geblieben. Dort hatte ich früh Kontakt zu nordischen Messern, zu Rentiergeweih und zu einer anderen Selbstverständlichkeit im Umgang mit natürlichen Werkstoffen. Das prägt mein Schaffen bis heute.
Ein Material beeinflusst nicht nur, wie ein Messer aussieht. Es beeinflusst, wie es sich anfühlt, wie es altert und welche Präsenz es mit der Zeit entwickelt.
Deshalb beginnt Gestaltung für mich nicht erst bei der Form. Sie beginnt bei der Entscheidung, welches Material zu welchem Gedanken passt.

Naturmaterialien tragen nie bloß Funktion in sich. Sie bringen Geschichte, Herkunft und Eigenleben mit. Genau deshalb entstehen aus ihnen Stücke, die nicht steril wirken, sondern Charakter haben.